Fressanfälle stoppen !! ✋ und einfach abnehmen

fressanfaelle-stopp

Fressanfälle gehören oft zu Essstörungen wie Bulimie und Binge eating.  Fressanfälle führen dann zu extreme Gewichtszunahme, Unzufriedenheit oder zu sportlich exzessiven Verhalten, um die extreme Nahrungsaufnahme irgendwie wieder wett zu machen.

In meinem letzten Blogpost ging es um Abnehmen uns Glücklich sein. Natürlich schneide ich da auch das Thema Essstörung an, denn da rutscht man schnell rein, wenn man das Glück an seinem Gewicht fest macht. Am Ende meines Blogs stellte sich nur die Frage: wie schaffe ich es denn auf meinen Körper zu hören? Woher weiß ich, was mein Körper wirklich braucht und was ich mir einbilde zu brauchen. Warum bekommt man Fressanfälle?

 

Gestörte Gesellschaft

Heutzutage habe wir so extrem viel Einfluss von außen, uns wird einfach extrem viel Denken abgenommen. Es wird uns zum Beispiel angezeigt, ob wie genug Schritte gegangen sind oder ob wir genug gegessen haben und ob genug Eiweiß dabei war. Uns wird per App gesagt, ob wie gut geschlafen haben oder nicht und beim Sport wird uns auf dem Display einer Uhr angezeigt, wie schweißtreibend das Training war.

Natürlich hat das alles auch einen motivierenden Aspekt, aber müssen wir nicht selbst am besten wissen, ob wir uns genug bewegt haben? Oder wie scheiße mein Schlaf war? Ganz ehrlich, ich müsste eigentlich auch wissen, ob ich genug gegessen habe und ob ich alle Makros durch die Ernährung rein bekommen habe .

Hunger oder Appetit?

Heute wird schon gar nicht mehr zwischen Appetit oder Hunger unterschieden. Aber Appetit findet im Kopf statt. Wenn du etwas gutes riechst oder du jemand anderen einen Burger essen siehst, ja dann gehts ab im Kopf und plötzlich denkt man sich: „Boa, ich könnte jetzt aber auch was zu Essen vertragen!“ Und komischer Weise, hat man dann auch Lust auf Burger, dabei knurrt der Magen gar nicht.

Aber wir wissen oft gar nicht mehr wie sich Hunger anfühlt. Warum passiert das und wie?

Die Erziehung  & Übergewicht

Ein Baby schreit wenn es Hunger hat und es schmeißt das Fläschchen weg (oder versuch es zumindest), wenn es keinen Hunger mehr hat. Und was machen die meisten Eltern dann? Sie stecken dass Fälschen trotzdem zurück in den Mund, denn es ist ja noch halb voll (nicht halb leer haha 😉). Manche stellen sogar einen Wecker fürs Baby, wann es essen soll. Ich kann sowas auch Verstehen! Man will ja nicht, dass das Kind verhungert, aber es wird sich melden! Das ist Intuition, die eigentlich jeder von uns in sich trägt und die sollte man nicht schon in so frühen Jahren mit Hilfe von einem Blöden Wecker vernichten. Das Baby lernt ebenso, nicht auf den Körper zu hören. Wenn es jedes Mal ein Fälschen bekommt, obwohl es keinen Hunger hat, denkt es sich auch „Warum sagt mir mein Körper denn nicht, dass ich etwas zu essen brauche? Oder warum gibt mir Mami schon wieder das Fälschen?“.

Gefühle mit Essen betäuben

Eine gute Note bekommen? WOW , das feiern wir mit einem großen Stück Kuchen. Eine schlechte Note bekommen? Dann bekommst du jetzt erstmal ein großes Eis, damit es dir wieder besser geht!

Kennst du das? ICH SCHON! Und wie! Es wird schon sehr früh jedes Ereignis mit einem guten Essen gefeiert oder es wird etwas trauriges mit Essen verdrängt und das überträgt sich auch auf unser zukünftiges Verhalten zum Essen.

Viele nehmen zu und wissen nicht warum, aber oft passiert das, wenn man nicht zufrieden ist, weil Essen in richtig scheiß Situationen oft die einzige Möglichkeit bietet etwas Glück zu erfahren oder überhaupt mit der  Situation umgehe zu können.

Essen macht also glücklich?

In gewisser Weise schon. Nehmen wir mal die Schokolade, die enthält Tryptophan und  wenn das abgebaut wird, wird Serotonin frei und das ist das Glücklich-Macher- Hormon. Und das weiß der Körper nach dem Konsum von einer Schokolade, er merkt sich das und schickt direkt das Zeichen zum Körper, dass er genau das in den traurigen Zeiten benötigt. Jedoch würde Sport das gleiche bewirken, aber der Kopf geht halt lieber den einfachen Weg.

Genauso werden wir darauf konditioniert (wenn wir automatisch einen Reiz mit einem anderen verbinden), dass es uns erst wieder besser geht, wenn wir das schlechte Gefühl mit viel Essen verdrängt haben. Hier liegt die Betonung auf Verdrängen! Denn das heißt, dass das Problem immer noch da ist, wenn die Schokolade in unserem Bauch landet. Es hat sich also nichts geändert, außer, dass wir jetzt 500kcal mehr im Bauch haben und Wahrscheinlich noch ein schlechtes Gewissen deswegen on Top kommt. Dieses schlechte Gewissen führt dann meisten zu den bekannten Fressanfällen.

 

Darf ich dann nie Schokolade essen?

Aber natürlich!!! Dann aber mit Genuss. Und das ist auch, worauf ich hinaus will. Wir verlernen, dass Essen zu genießen! Wir bestrafen uns, wenn wir etwas schlechtes gegessen haben oder Fressanfälle hatte und bekommen ein ebenso mieses Gewissen. Das wiederum Endet in einer Endloschleife.

Schlechtes Ereignis -> Fressanfälle -> schlechtes Gewissen -> Bestrafung = Schlechtes Ereignis -> Fressanfälle 

 

Und wisst ihr was dieses Verhalten und die Gedanken nach dem Essen  im Körper auslöst? Genau, Gegenwehr. Der Körper wird das Nahrungsmittel nicht spielerisch verwerten können, weil man denkt: „Oh was für ne Scheiße, was habe ich da gegessen!? Da tut mir doch gar nicht gut und ich wollte das auch gar nicht!“ Als ob der Körper dann dieses Essen gerne verwerten möchte. 

                              Wie gut dein Stoffwechsel funktioniert, fängt also im Kopf an

 

5 Schritte gegen Fressanfälle

Wenn du also etwas schlechtes gegessen hast und es schnell herunter geschlungen hast, gehe wie folgt vor:

1. Schritt: akzeptiere es und überlege, warum das geschehen ist.

2.Schritt: Wie tickt mein Körper? Ist vorher etwas passiert, dass dich verärgert hat? Oder passt etwas ganz und gar nicht gerade in deinem Leben. Suche den Grund, warum dein Körper von dir wollte, dass du ganz schnell, ganz viel Süßes isst. Glaub mir, da wird einiges bei raus kommen, wenn du 100% ehrlich zu dir bist.

3.Schritt: Am besten schreibst du deine Gedanken dazu auf. Lege dazu eins schönes Buch an, in das du gerne rein schreibst und schildere deine Situation, die dich dazu gebracht hat, viel in dich rein zustopfen.

4.Schritt: Überlege dir einen Notfallplan für deine Fressanfälle. Wenn du die Situation identifiziert hast bzw einen der Auslöser (es wird mehrere geben), der dich dazu bringt, viel Süßkram zu essen um die schlechten Gefühle zu verdrängen, überlege dir, was du alternativ machen kannst. Zum Beispiel laufen gehen, eine Freundin anrufen, etwas gesundes Kochen oder backen, lesen…

5.Schritt: Kontinuität! Wenn du jetzt deine Alternative gefunden hast, ziehe sich durch! Und zwar jedes verdammte Mal! Es dauert eine Weile, bis dein Körper breitwillig den schwereren, aber besseren Weg für dich, gehen wird. Aber desto öfter du diese gute Alternative wählst, desto leichter wird es. 

Der Anfang ist hart, aber du weißt wofür du es tust.

 

Genießen & Vertrauen

Du verstehst also immer mehr, wie dein Körper funktioniert und dass er dir mir Fressanfällen etwas zeigen will. ER zeigt dir, dass gerade etwas nicht stimmt und als Ausweg kennt er nur Fressanfälle mit viel Süßkram und Völlegefühl. Zeige ihm Alternativen und zeige Ihm, dass du ihm trotzdem vertraust.

Wenn du Hunger verspürst , iss etwas. Wenn du lange aber nach vorgegebenen Zeiten gegessen hast, ist es hilfreich, aufzuschreiben, wie sich Hunger bei dir wirklich anfühlt. Wirst du schlecht gelaunt, knurrt dein Magen oder bekommst du quasi einen Schwächeanfall? Schreibe dir die Anzeichen ebenfalls in dein Buch und achte gelegentlich darauf.

Iss nicht, weil alle essen

Iss bitte, weil dein Körper die sagt, dass du es benötigst. Vertraue ihm und toleriere, wenn du an einem tag mehr Hunger hast und an einem anderen weniger. Jeder Körper tickt anders und deiner tickt ebenso. Sobald Vertrauen und Genuss wieder in deinem Leben angekommen sind, wird alles von selbst laufen. Glaub mir und probiere es am besten auch selber aus! Ich werde dir helfen und noch mehr Leitfäden dazu geben. 😘✨

 

In den nächsten Blogpost geht es darum, wie du deinen Hunger so lenken kannst, dass du dann auch wirklich Hunger bekommst, wenn ein Essen mit anderen ansteht. Man will ja nicht immer alleine essen oder? Aber glaub mir, dein Körper wird dir für dieses Verhalten danken! Genieße das Essen, verurteile dich nicht nach Fressanfällen und schlechtem Essen und vertraue deinem Körper.

Hast du dich an manchen stellen wieder erkannt? Ich bei allem. 😁

 

Knutsch euch

J

 

1 Kommentar

  1. Dein Blogbeitrag bringt die ganze Heißhungerthematik echt gut auf den Punkt! Klingt in der Theorie so einfach, ist in der Praxis aber schon eine Hausnummer. Besonders dieses „In-Mich-Reinhorchen“, wenn es mal wieder „knallt“, hilft mir richtig gut. Ganz oft wird deutlich, dass ich gerade traurig bin oder mich „leer“ fühle. Wenn ich das Gefühl erst mal benannt habe, kann ich es viel besser aushalten.

Schreibe einen Kommentar