Wer bin ich? Wie kann ich mein Leben leben – Jil Hagen

Wer bin ich und wer will ich sein

Wer bin ich eigentlich? Okay, die Jil. Aber abgesehen von meinem Namen.
Was ist mir wichtig? Welche Werte trage ich nach außen? Wer bin ich und wer möchte ich sein?

Nur „WER BIN ICH“ reicht nicht

Zu wissen oder besser, zu erfahren welche Werte man in sich trägt, die einem besonders wichtig sind, hilft einem einen halbwegs roten Pfaden zu folgen oder den Pfaden der sich bereits durchs Leben windet zu erkennen.
Und mir hat die Frage: „Wer bin ich?“, nicht wirklich weiter geholfen genau das zu klären.
Was mich aber ein Stück weitergebracht hat, schreibe ich hier in diesem Blogpost. Eigentlich schreibe ich dieses Blogpost nur für mich, aber vielleicht geht es dir ja ähnlich wie mir und du erkennst dich wieder.
Vorab: in diesem Blogpost wird ein Kraftausdruck besonders häufig verwendet. Sorry dafür. Mir fehlt das Vokabular um bestimmte Sachen treffend auszudrücken. Ich mache es mir dann einfach.

 

Dann, wenn Worte fehl am Platz sind

Du kennst bestimmt auch einige Situationen, in denen man mehr darüber redet wer man ist, als es zu zeigen. Sätze wie:

„Ich würde das und jenes machen, wenn ich du wäre.“, „Also wenn mir das und jenes passieren würde, würde ich…“,

sind theoretische Gedanken die zeigen sollen wer man in Bezug auf bestimmte Situationen ist oder sein möchte. Wie man in den Situationen handeln „würde“. Trifft die Situation dann aber ein, sieht es meistens ganz anders aus. Dann wird eher….impulsiv reagiert.

Erst wenn etwas passiert, wissen wir wirklich wer wir in Bezug dazu sind

Erst wenn etwas passiert, wissen wir wer wir zu dem Zeitpunkt in Bezug dazu sind. Wir können uns einschließen und darüber philosophieren oder so viel darüber reden wie wir wollen, erst „draußen“ in der Praxis zeigt sich ob wir das auch leben. Und nicht immer nach seinen Werten zu handeln (handeln zu können) ist menschlich. Schaffst du es aber dich im Nachhinein dazu ehrlich reflektieren zu können, wirst du immer mehr das Leben führen können, das sich auch wie deines anfühlt.

Wir ändern erst etwas, wenn es etwas zu ändern gibt 

Wann ändern wir etwas? Meistens dann, wenn etwas passiert ist das uns gezeigt hat, dass wir etwas ändern müssen. Right? Viele mit einer ungesunden Gewohnheit entscheiden sich erst dazu etwas daran zu ändern, wenn ein einschneidendes Erlebnis ihnen die Erkenntnis gebracht hat. Z.B. Diagnose vom Doc; Verlust Sorgerecht; in der Schule sitzen bleiben; Abgrenzung von Menschen die einem wichtig sind… . Das sind meistens richtige scheiß Erlebnisse. Aber aus denen erkennt man, was einem wichtig ist und wer man tief im inneren im Bezug dazu sein möchte.

 

Holy Shit

Ich bin dankbar für die ganze Scheiße die passiert ist und passiert. Auch wenn ich manchmal darin versinke (*ihrg*, mit der Metapher kein so schönes Bild) und denke, dass ich nichts auf die Reihe kriege und ständig gegen die Wand fahre. 

Aber all das hat mir auch die Chance gegeben zu sehen wer ich in Bezug dazu bin und zu entscheiden wer ich in Bezug dazu sein möchte.
Vermeidliche Schwächen werden uns direkt ins Gesicht geklatscht. Und dann ist es auch ok mit Wut zu reagieren. „Hey, das kam jetzt aber aus dem nichts.“
Aber möchte man im Bezug auf „Schwäche into your face“ wirklich so sein und jedes mal mit blinder Wut reagieren? Schon ziemlich Kräfte zerrend der Akt. Menschen sind manchmal einfach unfair. Dennoch ist es egal was die andere Person im Bezug auf eine Situation ist, du entscheidest selbst für dich wer du bist und was dir in deinem Leben wichtig ist.
Der andere handelt unfair? Dann sei trotzdem fair, wenn dir das wichtig ist. Selbst wenn du den anderen so verdammt gerne spüren lassen möchtest, was er dich hat spüren lassen. Verrate dich selbst nicht für so eine Art der Genugtuung.

 

Wer bin ich? Mrs. Perfekt oder was?

Das heißt nicht, dass ich in jeder Situation erst mal in mich gehe und dann erst handle. Ach wo! Ich bin auch impulsiv und schaffe es nicht immer meine Werte nach außen zutragen. Aber… ich reflektiere mich dann und wann danach. Mein ungutes Gefühl gibt mir den Hinweis, dass ich nicht nach meinen Werten gehandelt habe. Dann schaue ich noch mal hin und frage mich:

„Wer möchte ich in Bezug dazu sein? Wie kann ich in so einer Situation meine Werte vertreten?“. 

Jetzt aber nicht in Schuldgefühlen versinken, wenn dir auffällt, dass du in den nächsten zehn ähnlichen Situationen immer noch impulsiv reagierst. Alleine dass es dir auffällt ist ein Riesenschritt in die Richtung dich selbst besser kennen zu lernen und zu verwirklichen. Die ganze Scheiße (ich finde einfach kein passenderes Wort dafür) führt nämlich dazu, dass du dich so entwickeln kannst wie es dir es dir gut tut und du im Einklang mit deiner inneren Welt lebst. Du reflektierst dich also und entscheidest wer du, in Bezug auf eine bestimmte Situation, bist. Und jedes mal wenn diese Situation auftritt, entscheidest du dich wieder.
Sammel deine Erfahrungen und trau dich immer mehr die Person zu sein, die es in deiner inneren Welt gibt. Jedes mal wieder.

 

Mein „Nicht-Scheiße“ ist nicht gleich dein „Nicht-Scheiße“

Deshalb haben Speaker, Coaches, generell viele Menschen die anderen ganz bewusst beim Wachstum helfen wollen, immer so eine hinreißende Lebens-Story. Sie mussten erst die Scheiße erleben, um zu wissen was Nicht-Scheiße ist. Sie haben sich dann entschieden wer sie in Bezug dazu sein möchten. Ob sie auch Scheiße oder eben Nicht-Scheiße sein wollen. Und dann haben sie sich step by step zu der Person entwickeln können, die deren innere Wahrheit/Welt nach außen hin zeigen kann.
Das heißt nicht, das deren oder mein „Nicht-Scheiße“ auch dein „Nicht-Scheiße“ ist. Es gibt kein richtig oder falsch. Deine innere Wahrheit ist dein „Nicht-Scheiße“. Du musst die „Nicht-Scheiße“ Welt für dich erschaffen, indem du deine Werte nach außen trägst. 

 

Fremdgesteuert sein

Du hast bestimmt schon mal gemerkt, dass ein Gefühl von Erleichterung auftritt, wenn du nach deinen Werten handelst und nicht total blind reagierst. Oder? Eine Art „JA-VERDAMMT!“-Gefühl.Wenn nicht, ist es bei dir vielleicht ein anderes Gefühl oder du hast da noch nicht so bewusst hin geschaut. 

Aber im Einklang mit seinen Werten zu Leben macht so vieles einfacher. Du ziehst die Sachen, Personen in dein Leben, die genau diese Werte in sich tragen. Und wenn nicht, dann weißt du wer du im Bezug dazu bist. Du kannst nur gewinnen mit der Einstellung.

 

Wer bin ich ? Jemand der nicht aufgibt

 

Oft stellt sich jedoch auch Verzweiflung ein, wenn man plötzlich bewusster mit Situationen umgeht und sich im Nachhinein reflektiert.
Es fällt auf, wie häufig man eigentlich gegen seine Werte handelt. Es haben sich über die Jahre so einige Muster eingeschlichen.
Aber nicht aufgeben. Gib dir den Raum zu wachsen und liebe dich auch in den Momenten, in denen du nicht so handelst, wie es deine innere Welt Wiederspiegeln würde.
Frage dich auch hier: Wer bin ich in Bezug dazu, wenn ich mal nicht so Handel wie mein Wesen von Natur aus ist? Bin ich jemand der sich selbst hasst und bestraft oder bin ich jemand er sich mit Liebe begegnet und sich die Zeit gibt, die ich brauche?

 

Liebe

Die Frage „Wer bin ich in Bezug dazu?“, hat für mich vieles bewirkt.
Jetzt kommt bestimmt vielen in den Sinn: „Man soll seine Werte also nach außen tragen? Und was ist wenn der Wert Hass und Zerstörung ist? Dann geht das ganze ja voll nach hinten los.“

Wenn du denkst, das sind deine Werte, ja. Volle Kanne geht das nach hinten los. Weil du dann auf keinen Fall deiner inneren Stimme, deinem Gefühl folgst. Du wirst dir schaden und anderen.
Aber sobald du anfängst deine innere Welt Stück für Stück nach außen zu tragen, wirst du einen Schnittpunkt bemerken. Etwas haben alle Werte im Kern gemeinsam. >> Liebe<<
Jaja-blabla. Liest sich vielleicht abgestumpft, aber Liebe ist das was die Essenz von allem ist. Alle Werte die dir gut tun und deinem Umfeld, haben den Ursprung in der Liebe. Deine innere Welt kehrst du nach außen aus Liebe zu dir. Du behandelst andere Fair, aus Liebe zu ihnen. Respekt, Akzeptanz,Verständnisvoll zu sein- alles aus Liebe zu anderen. Und das was du anderen gibst, gibst du dir.
*Mic drop*

 

Und wer bist du?

Schreibe mir gerne was du darüber denkst. In den Kommentaren zum Austausch oder auch als Nachricht.

Mit Liebe natürlich,
deine Jil